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News

 

18.09.2019

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Weltnachhaltigkeitsbericht und die Schweiz

 

Der neue Weltnachhaltigkeitsbericht (Global Sustainable Development Report, GSDR) zeigt eindrücklich die rasante und dynamische weltweite Entwicklung und wie rasch die Veränderungen geschehen (Abb.1). Diese Veränderungen gehen über die Globalisierung hinaus und haben umwälzende, weitgehende Auswirkungen. Nur wird diese Kraft bisher nicht zur Transformation zu nachhaltiger Entwicklung genutzt, wie auch der offizielle jährliche Sustainable Development Report der UNO aufzeigt.

Abbildung 1: Graphik 1-1 (Auswahl), internationale Ströme von Gütern, Kapital und Personen, GSDR, Seite 38

Dass diese Transformation nötig ist, darüber besteht weltweiter politischer Konsens: Mehrere internationale Berichte wie das IPBES Global Assessment oder Berichte des IPCC bestätigen, dass die Umsetzung der Agenda 2030 zur Erreichung der SGDs nicht einfach ein «nice-to-have» ist, sondern ein essentielles Projekt um die Zerstörung unseres Planeten zu vermeiden und unsere Gesellschaft nachhaltig zu gestalten.

 

Gemäss dem GSDR ist der Fortschritt zu den SDGs unzureichend und selbst die Trends die neutral bis positiv waren, wurden durch die wirtschaftliche Erholung nach 2008 wieder ins Negative umgekehrt und führen von den SDGs weg. Beispiel für die globale Trendumkehr sind die Zunahme der Fettleibigkeit und der Treibhausgasemissionen. Zusammen mit weiteren negativen Trends wird die Zielerreichung in anderen Bereichen schwieriger oder sie führen zu möglicherweise irreversiblen Kipppunkten im System.

 

Der Bericht veranschaulicht wie wir Dynamiken nutzen sollten, um die SDGs zu erreichen. Der GSDR schlägt dafür folgende Ansätze vor um durch systemische Lösungen positive Veränderungen zu bewirken, welche die gesamte Bandbreite der globalen Entwicklungsziele umfassen:

  • Wohlbefinden und Fähigkeiten des Menschen

  • Nachhaltige und gerechte Ökonomien

  • Ernährungssysteme und Ernährungsmuster

  • Energiedekarbonisierung mit universellem Zugang

  • Stadt- und Stadtrand-Entwicklung

  • Globale Umweltgemeinschaften.

 

Als Hebel identifizieren die Expertinnen und Experten:

  • Gouvernanz

  • Wirtschaft und Finanzen

  • Einzel- und Kollektivmassnahmen

  • Wissenschaft und Technologie.

Die Schweiz steht in der Pflicht, ihren Teil zur der Umsetzung der globalen Entwicklungsziele beizutragen. Wie der Bericht von SDSN Global und der Bertelsmann Stiftung zeigt, stehen wir besonders im Verbrauch natürlicher Ressourcen schlecht da und haben grosse negative «spillover»- Effekte auf die Erreichung der SDGs anderer Länder (https://www.sustainabledevelopment.report/). Bisher schafft es kein Land, grundlegende menschliche Bedürfnisse innerhalb biophysischer Grenzen zu erfüllen. Momentan sind praktisch alle Länder ähnlich weit weg vom Idealzustand welcher mit den SDGs angestrebt wird (Abb.2).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

​​​Abbildung 2: O'Neill 2018, adaptiert nach Peter Messerli, Präsentation GSDR

 

Sowohl der GSDR (Box 1-2, Seite 40) als auch eine Analyse von SDSN Switzerland und CDE zeigen Wechselwirkungen zwischen den SDGs anhand ihres Synergiepotentials und möglichen Zielkonflikten auf. SDSN Switzerland kommt zum Schluss, dass für die Umsetzung und das Monitoring der Umsetzung der Agenda 2030 in der Schweiz multidimensionale Messgrössen – inklusive Indikatoren zur Messung der grenzüberschreitenden Auswirkungen der Schweiz –, sowie Lösungspartnerschaften innerhalb- und ausserhalb der Bundesverwaltung notwendig sind.

 

Es bedarf weitsichtige Entscheide in Politik und Gesellschaft, um die Wechselwirkungen der SDGs synergetisch zu nutzen, Transformationen anzustossen und mit den sich daraus ergebenden Unsicherheiten sinnvoll umzugehen. Nur wenn wir das schaffen, werden wir die SDGs erreichen.