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30.11.2021 Medienmitteilung

Mit parteiübergreifend vereinten Kräften für eine nachhaltigere Schweiz

Gründung der parlamentarischen Gruppe Nachhaltigkeitsziele 2030 (SDGs) 

Bern, 30. November 2021 Die Schweiz hat sich 2015 zu den UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung 2030 verpflichtet. Bald ist Halbzeit und unser Land fällt bei der Zielerreichung immer weiter hinter andere Länder zurück. Mit Unterstützung von SDSN Switzerland formieren sich jetzt erstmals Parlamentarierinnen und Parlamentarier unter Einbezug aller Fraktionen zur UN-Agenda 2030. Sie wollen diese gemeinsame Plattform nutzen, um die Chancen der Schweiz für ein Voranbringen der SDGs aktiv anzugehen und Akzente für eine nachhaltigere Entwicklung zu setzen.

Seit 2015 hat die Schweiz 11 Ränge im Ranking des UN Sustainable Development Solutions Network (SDSN) verloren und rangiert hinter Ländern wie Tschechien, Kroatien oder Polen. Im Gegensatz zu all ihren Nachbarländern hat sie zudem noch keine parlamentarischen Mechanismen zur Umsetzung der UN Agenda in Kraft. Es bleiben nur noch 8 Jahre – höchste Zeit also, um die grossen Chancen der UN-Agenda für die Schweiz zu nutzen und sie im Parlament voranzutreiben.

Unterstützt vom Sustainable Development Solutions Network Switzerland (SDSN Switzerland) schliessen sich nun Parlamentsmitglieder in der parlamentarischen Gruppe Nachhaltigkeitsziele 2030 (SDGs) zusammen. Alle Fraktionen sind vertreten. Co-Präsidenten und -Präsidentinnen sind die Ständerätinnen Eva Herzog (SP) und Adèle Thorens Goumaz (Grüne), die Nationalräte Damien Cottier (FDP) und Jean-Pierre Grin (SVP) sowie die Nationalrätinnen Priska Wismer-Felder (Die Mitte) und Melanie Mettler (GLP). Damit engagieren sie sich über die Parteigrenzen hinweg im Sinn der UN-Agenda 2030 als global gemeinsam erarbeiteter Wegleitung, wie jedes Land seine Verantwortung für eine nachhaltigere Zukunft wahrnehmen kann. Ziel der parlamentarischen Gruppe ist der lösungsorientierte Austausch für eine nachhaltigere Schweiz – ein gutes Leben sowie eine florierende Wirtschaft und Gesellschaft im Rahmen der planetaren Belastbarkeitsgrenzen. SDSN Switzerland, der Schweizer Ableger des globalen Netzwerks für Nachhaltigkeitslösungen der UNO, bringt dafür wissenschaftlich fundierte Expertise ein.

Die parlamentarische Gruppe wird an drei strategisch wirksamen Hebeln für eine nachhaltige Entwicklung ansetzen: Beim Wirtschafts-, Finanz- und Handelssystem, bei der Transformation des Ernährungssystems und bei der Gouvernanz im Sinne der politischen Steuerung einer nachhaltigen Entwicklung. Diese ist nur möglich, wenn die Chancen jetzt engagiert angepackt und Zielkonflikte frühzeitig und konstruktiv angegangen werden – und zwar gemeinsam über die Fraktions- und Kommissionsgrenzen hinweg. Bisher fallen viele Zielkonflikte zwischen Stuhl und Bank, nun braucht es einen strategischeren, integrierten Blick auf die grossen Herausforderungen der Zukunft. 

 

 

Zitate:

 

Ständerätin Adèle Thorens Goumaz, Co-Präsidentin parlamentarische Gruppe SDGs: «Die SDGs sind ein unverzichtbares Instrument für eine nachhaltigere Entwicklung in der Schweiz und der ganzen Welt. Sie sind noch zu wenig bekannt, sowohl was ihren Inhalt als auch ihr Umsetzungspotenzial betrifft. Alle Bereiche unserer Gesellschaft müssen sich jedoch an ihnen orientieren: die Zivilgesellschaft, die Unternehmen, aber auch die Behörden, denen eine zentrale Rolle zukommt. Es ist daher wichtig, sie besser bekannt zu machen und von Parlamentsmitgliedern aller Parteien zu unterstützen.»

Nationalrat Damien Cottier, Co-Präsident parlamentarische Gruppe SDGs: «Einige globale Herausforderungen können nur durch koordinierte internationale Anstrengungen bewältigt werden. Die Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs), die 2015 von allen Ländern verabschiedet wurden, bieten uns eine wichtige Orientierungshilfe. Diese Ziele müssen auf allen Ebenen der Politik, auch in den parlamentarischen Gremien, aufgegriffen und gemessen werden. Eines der Ziele der fraktionsübergreifenden Arbeitsgruppe ist es, eine umfassende Gouvernanz in diesem Bereich zu ermöglichen.» 

Nationalrätin Melanie Mettler, Co-Präsidentin parlamentarische Gruppe SDGs: «Manche Probleme lassen sich auf dem eng vernetzten Planeten nur global lösen. Mit der Agenda 2030 hat sich die Staatengemeinschaft einer ambitionierten Vision verpflichtet. Die Schweiz konnte die 17 Ziele der SDGs aktiv mitgestalten. Hier sind sich die meisten aber noch nicht bewusst, welcher monumentale Schritt der internationalen Gemeinschaft gelungen ist, und welche Rolle die verschiedenen Akteure dabei einnehmen können.»

Ständerätin Eva Herzog: „Ich bin Mitglied der Parlamentarischen Gruppe Nachhaltigkeitsziele 2030 (SDGs), weil diese alles beinhalten, was mir politisch wichtig ist und wofür ich mich einsetze.“ 

Thomas P. Meier, CEO Ricola Group, Referent am Gründungsanlass: «Nachhaltigkeit in der Unternehmensführung ist bei Ricola seit Jahrzehnten gelebte Realität. Das bedeutet Sorge zu tragen zu der Natur, den vielen Menschen, die wir berühren und dem Unternehmen Ricola. Und dennoch gibt es auch für uns noch sehr viel zu tun. Wir wollen und werden, Schritt für Schritt, die Eintracht zwischen «Natur – Mensch – Unternehmen» weiter fördern. Dazu braucht es gute Rahmenbedingungen für uns Unternehmen. Und, es braucht hervorragend ausgebildete Menschen, welche die mannigfaltigen Herausforderungen der heutigen Zeit erfolgreich meistern können.»


Carole Küng-Weber, Co-Direktorin SDSN Switzerland und Sekretärin der parlamentarischen Gruppe: «Es ist dringend nötig, dass sich das Parlament über Kommissions- und Parteigrenzen hinweg für die globalen Ziele einsetzt. Wir sind die letzte Generation, welche eine nachhaltige Entwicklung ohne schwerwiegende Einbussen an Lebensqualität anstossen und somit unserer Verantwortung gegenüber der nächsten Generation gerecht werden kann. Gleichzeitig bietet die Umsetzung der SDGs für die Schweiz grosse Chancen für Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt.»

Jonathan Normand, CEO B Lab Schweiz, Partner für Schwerpunkt nachhaltige Wirtschaft der parlamentarischen Gruppe und Referent am Gründungsanlass: «Die grossen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit erfordern das Engagement der Unternehmen sowie den Aufbau einer Marktinfrastruktur für Nachhaltigkeit, die neben den Unternehmen auch die Akteur*innen des Finanzsektors, der öffentlichen Hand, der Hochschulen, der Universitäten und der Politik einbezieht, um den Wandel zu beschleunigen, der die Schweiz zu einem widerstandsfähigen und agilen Land macht, das schon heute eine wünschenswerte Zukunft gestalten kann.»

Weitere Informationen: www.sdsn.ch/parlamentarische-gruppe-sdgs

Pressekontakt
Gerne stehen wir für Hintergrundinformationen und Vermittlung von Interviews zur Verfügung:
Carole Küng
Co-Direktorin SDSN und Sekretärin der Parlamentarischen Gruppe, c.kueng@sdsn.ch, Tel. +41 77 447 77 946


Fotos vom Gründungsanlass können am 30. November 2021 ab 15 h hier heruntergeladen werden: https://www.sdsn.ch/medienmitteilung-parl-gruppe

Das Sustainable Development Solutions Network als Teil von UN SDSN 

SDSN Switzerland ist Teil des UN Sustainable Development Solutions Network (SDSN), einer globalen Initiative der Vereinten Nationen zur Umsetzung der UN Agenda 2030 und des Pariser Klima- Abkommens. Das Netzwerk für Nachhaltigkeitslösungen SDSN Schweiz vereint rund 50 führende Universitäten, Forschungszentren, zivilgesellschaftliche Organisationen, Unternehmen, andere Wissenszentren und Partner um transformative Lösungen zu schaffen und die globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung in der Schweiz und darüber hinaus zu erreichen. 
Weitere Infos und Mitgliederübersicht: https://www.sdsn.ch/

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Bilder: © Simon von Gunten/SDSN Switzerland